Forderungen an die Credit Suisse und die UBS
"Unternehmen dürfen die Rechte anderer nicht verletzen" sagt der UNO-Sonderbeauftragte für Unternehmen und Menschenrechte John Ruggie. Er verlangt, dass alle Unternehmen Verfahren entwickeln, um die negativen Auswirkungen ihrer Aktivitäten auf die Menschenrechte zu reduzieren. Nur so können sie ihrer Pflicht nachkommen, die Menschenrechte zu respektieren. Deshalb fordert die EvB von der Credit Suisse und der UBS:
- Formulierung einer umfassenden Menschenrechtsrichtlinie ("Policy"). Diese legt dar, wie die Bank in allen Geschäftsbereichen ihre menschenrechtliche Verantwortung wahrnimmt. Dazu gehört das vorgängige Überprüfen der Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeiten auf die Menschenrechte.
- Konkretisierung dieser Policy mit Hilfe von detaillierten Standards. Die Banken entwickeln Sektorrichtlinien für alle Branchen in denen Menschenrechtsverletzungen vorkommen, bzw. sie überarbeiten bereits bestehende Standards. Diese Standards müssen einen expliziten Menschenrechtsfokus haben. Es genügt nicht, dass allgemein und unspezifisch „soziale Risiken“ thematisiert werden.
- Veröffentlichung der Policy und der Standards. Weil bisher keine der beiden Schweizer Grossbanken ihre Sektorrichtlinien und internen Standards offenlegt, hat die Öffentlichkeit keine Möglichkeit, die Einhaltung dieser Standards zu kontrollieren. Dabei sind Standards keine für den Geschäftserfolg sensiblen Informationen. Ihre Veröffentlichung bringt keinen Konkurrenznachteil. Vielmehr stellen sich die Banken damit der Diskussion über den Inhalt und die Wirksamkeit ihrer Standards, also einem glaubwürdigen Dialog mit ihren Stakeholdern.
- Umsetzung der Standards durch seriöse, professionelle Prüfung von Geschäften auf ihre Folgen für die Menschenrechte. Die Anreize für Mitarbeitende sollten richtig gesetzt und das Bonussystem dergestalt angepasst werden, dass es nicht gegen eine seriöse Umsetzung der Menschenrechtsstandards arbeitet. Damit die Credit Suisse und die UBS ihrer Pflicht zur Respektierung der Menschenrechte nachkommen, müssen sie sicherstellen, dass sie die Stimmen der Opfer von Menschenrechtsverletzungen hören und ernst nehmen.
